1. Dezember 2015

Vor 15 Jahren, am 1. Dezember 2000 feierte der Ortsverein AWO-Neuss die Eröffnung des ersten AWO-Kindergartens im Neusser Stadtgebiet. Heute feiern wir hier unser 15-jähriges und freuen uns, dass einige der ersten, damals betreuten Kinder mittlerweile schon Ihre Praktika in Ihrer „Villa Purzelbaum“ absolviert haben. Die „Villa“ ist vielen doch nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Wirklich, eine altehrwürdige Villa im Herzen von Holzheim an der Bahnhofstraße, mit viel Platz rundherum bot sich seinerzeit der Stadt Neuss als neue Unterkunft für eine zusätzliche KiTa an. Als Träger der Institution bekam die Arbeitewohlfahrt nach einem Bewerbungs- und Auswahlverfahren den Zuschlag. Das große Außengelände rund ums Haus und der extra Mehrzweck- und Bewegungsraum in Untergeschoß boten viel Spielerfahrungs- und vor allem Bewegungsraum für die Kinder. Der Start gelang hervorragend, der Name war schnell gefunden und wurde Programm. Die „Villa Purzelbaum“ wurde aufgrund des pädagogischen Konzeptes und seiner bewegungsorientierten Ausrichtung vom Landessportbund schon bald mit der Aner-kennung als Bewegungskindergarten gewürdigt.

Seit mehr als 5 Jahren sammelt die KiTa nun auch Erfahrungen mit U3 Kindern und hält den Status des Bewegungskindergartens stetig. Aktuell sind wieder 6 Mitarbeitende der Einrichtung zertifiziert worden, nachdem sie das Basis- und Aufbaumodul „Bewegungserziehung im Kleinkind- und Vorschulalter (BiKuV)“ beim Kreissportbund erfolgreich absolviert haben. Als Sportverein ist die HSG Kooperationspartner vor Ort.

„Wir betreuen in drei Gruppen aktuell 63 Kinder im Alter von 2-6 Jahren auf drei Etagen.“ erzählt Michael Schmidt, der schon seit 15 Jahren im Team ist und seit kurzem die Leitung der KiTa übernommen hat. „Aber Bewegung ist natürlich nur einer von vielen Punkten, die wir im Fokus haben. Das Außengelände wurde gerade generalüberholt, Obstbäume wurden gepflanzt und im Frühjahr startet wieder eine Garten AG. Hier versuchen wir mit den Kindern Kräuter, Obst und Gemüse zu ziehen um es später zu verarbeiten. Ganz nebenbei vermitteln wir so Grundlagen für eine gesunde Ernährung. In der Turnhalle wurde ein neues Schienensystem installiert um noch mehr Bewegungsvielfalt zu ermöglichen. Auch die Nebenräume wurden umgestaltet. Die Puppenecke darf natürlich nicht fehlen, wird aber ergänzt durch einen Bewegungs- und Motorikraum, einen Forschungs- und Experimentierraum und Mini-Bibliotheken in den Gruppenräumen, denn mit „Literatur-Projekten“ wollen wir den Kindern das Medium Buch näher bringen.

In einem Projekt zur Gewaltprävention lernen die Kinder Selbstbewusstsein aufzubauen und NEIN zu sagen, wenn sie etwas nicht wollen.

Wir bemühen uns die Kinder mehr an der KiTa partizipieren zu lassen als noch vor 15 Jahren.“ antwortet Schmidt auf die Frage nach grundlegenden Entwicklungen der Arbeit in den 15 Jahren. „Abgesehen vom immer jüngeren Eintrittsalter der Kinder haben wir früher familienunterstützend gearbeitet – heute haben wir oft den Eindruck familienersetzend zu wirken. 57 der 63 Kinder bleiben bis Nachmittags, was den Projekten natürlich zu Gute kommt. Leider ist es sehr schwierig geworden die Eltern engagiert einzubeziehen. Die Zeit für Engagement scheint nicht mehr da zu sein. Die Erwartungshaltung der Eltern ist aber unvermindert hoch. Selbst Elternabende müssen viel länger angekündigt werden damit sie ausreichend besucht werden. Zum Glück sind die elektronischen Medien da auf unserer Seite und der letzte Bastelnachmittag lässt Zuversicht aufkeimen. Mit unserer Arbeit am Kind sind wir konstant auf einem guten Weg. So dürfen wir die positiven Rückmeldungen der Schulen auf unseren I-Dötzchen-Club auf jeden Fall werten.“

Michael Schmidt und sein Team starten heute jedenfalls hoch motiviert in die vor ihnen liegenden Jahre und neue Herausforderungen.

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